UX-Roundtable bei eparo: Das Unterbewusstsein zum Verbündeten machen…
Unbewusste Wahrnehmung, Neuromarketing und das Implizite sind die Hebel, um wirklich erfolgreiche digitale Produkte zu entwickeln. Das wollten wir im Rahmen des UX Roundtables in Hamburg am 4. März vermitteln. Konkreter: Wie funktioniert menschliche Wahrnehmung und wie kann ich das bei der Konzeption und Gestaltung optimal berücksichtigen?
Neurodesign und Implicit UX stoßen auf reges Interesse.
Intuitive Bedienbarkeit ohne Nachdenken zu müssen: Die Messlatte für wirklich gute digitale Produkte und Services liegt inzwischen schon ziemlich hoch. Intuitives Handeln geht natürlich nur über das Unterbewusstsein. Begriffe wie Neuromarketing und Neurodesign rücken daher als Themen ins Visier von Produktmanagern und UX-Designern.
Das wurde auch bei den Anmeldungen zum UX-Roundtable schnell deutlich. Ursprünglich sind wir von 40 Teilnehmern ausgegangen. Dann mussten wir die Zahl aufgrund immer neuer Anfragen fast im Zwei-Stunden-Takt auf schließlich 100 Teilnehmer erhöhen und einen guten Schwung Stühle mieten. Mit den üblichen Absagen waren am Schluss über 80 Gäste bei uns im Büro. Die Weinprobe von copito, dem Weingroßhändler bei uns im Gebäude, hatte da nichts mit zu tun. Das stand nicht in der Einladung :-)
Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut über den bisher größten UX-Roundtable. An dieser Stelle daher nochmals vielen Dank für dieses enorme Interesse!
Implicit UX macht das Unterbewusstsein zum Verbündeten.
Im Kern ging es in meinem Vortrag „Unbewusste Wahrnehmung – Der vergessene Supercomputer“ um die Rolle des Unterbewusstseins für gute digitale Produkte und Services. Das Credo: Wirklich erfolgreiches UX-Design muss die unbewusste Wahrnehmung und die Erkenntnisse aus Neuromarketing und Implicit UX berücksichtigen. Neben vielen Beispielen aus der Forschung standen praktische Tipps für Konzeption und Design im Zentrum des Vortrags. Nach dem Vortrag gab es dann Wein von unserem Büronachbarn copito (www.copito.de) und noch sehr spannende Gespräche. Das Fazit dabei: Das Wissen um die menschliche Wahrnehmung ist die Grundvoraussetzung, um wirklich gute User Experience zu schaffen.
Zum Schluss: Das machen wir jetzt öfter!
Unser Fazit: Wir freuen uns noch immer über das Interesse an unserem Thema und denken, dass so ein Abend eigentlich die perfekte Nutzungsweise für unseren großen Flur ist. Bald feiern wir den Relaunch unseres benachbarten Weinhändlers. Das ist dann wieder eine schöne Gelegenheit für ein paar nette Gespräche und Gedanken – nicht nur zu Neuromarketing und Implicit UX. Einladung folgt.
Zweitbeste iPad-App Deutschlands – Viel Lob für die Immonet-App
Es ist ja erst knapp drei Wochen her, dass Apple die Immonet iPad-App, an der eparo mitgewirkt hat, zur zweitbesten iPad-App des Jahres 2012 gekürt hat. Neben der Auszeichnung von Apple hat die Anwendung auch von anderer Seite bereits viel Lob erhalten. Einige Stimmen wollen wir hier wiedergeben:
Das Apple Team selber begründet seine Entscheidung wie folgt:
“Mit dieser intuitiven und intelligent umgesetzten Immobilien-App lassen sich die gewünschten Objekte schnell finden. Merk- und Favoritenlisten ganz einfach verwalten und vieles mehr.”
Für die Chip setzt die App neue Maßstäbe in der Immobiliensuche:
“Alles richtig gemacht, Immonet: Mit einer App wie dieser macht die Immobiliensuche auf dem iPad richtig Spaß. Wir stellen den PC beiseite und suchen Wohnungen nur noch mit dieser App.”
Computerbild lobt insbesondere das völlig neuartige Bedienkonzept:
“Mit der Immonet-App machen die virtuellen Besichtigungen richtig Spaß. Dafür sorgt die außergewöhnliche Bedienung, die die Funktionalität des iPad-Touchscreens nutzt.”
Was unseren Part angeht sagen wir Danke für so viel Lob - und versprechen, dass wir gerne mit weiteren Projekten nachlegen ;)
Zweitbeste iPad-App 2012: eparo unterstützt bei Produktidee und Konzept
Apple kürt die Immonet iPad-App zur zweitbesten App 2012 - bei Konzeption und Entwicklung war auch eparo beteiligt! Wir finden das ist eine schöne Neuigkeit zum Jahresende 2012 und sind mächtig stolz.
Schlanke Entwicklung – Perfektes Ergebnis
Faktisch war das Immonet-Projekt auch ein eparo-Projekt nach Maß: In kürzester Zeit – gerade einmal drei Wochen – sind wir mit dem Team von Immonet von der Entwicklung der neuen Produktidee, über deren Umsetzung in einem testfähigen Prototypen und User-Tests bis zur Definition des finalen Produktkonzepts gegangen. Technisch und im Visual Design haben die Kollegen von Immonet den Ball perfekt verlängert.
Perfekte Zusammenarbeit mit Immonet
Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg war, dass Immonet etwas wirklich Einzigartiges wollte. Das Team war getrieben von der Suche nach einer überzeugenden Produktidee, hat die User Tests und Insights ernst genommen und sich immer für den konzeptionell besten Weg entschieden – auch wenn das teilweise technisch deutlich aufwendiger war. Unser Fazit: Genau so entwickelt man perfekte Produkte für User – und Apple sieht das offensichtlich ähnlich!
Die Welt und ihr Usability Day
Vergangenen Donnerstag war ja wieder WUD-Time, und in bester Tradition fand auch der Hamburger World Usability Day 2012 wieder in den Räumen der HAW statt. Wie schon in den vergangenen Jahren, gab es auch dieses Mal wieder jede Menge Lobkärtchen für Vortragende und Organisatoren. Hier ein kurzer Rückblick auf die Veranstaltung und unsere, wie wir finden, sehr eigenständige WUD-Optik….
Viel Programm: Workshops und Sessions
Wie schon in der Vergangenheit haben wir auch den diesjährigen WUD schon am Vormittag begonnen. Bereits ab 11:00 Uhr konnten die Besucher verschiedene Workshops belegen und in kleinen Runden zusammen mit den Vortragenden und anderen Teilnehmern an praktischen Beispielen arbeiten. Am Nachmittag fanden dann im WUD-Camp in guter, alter Barcamp-Manier Sessions zu verschiedenen, spontan vorgeschlagenen Themen statt.
Das Workshop-Angebot reichte dabei vom Einstieg in Usability-Testing-Basics (Sebastian Paul) und Live-Lab-Tests (Matthias Roloff, eparo) bis zu Workshops zu diversen UX-Kernthemen. So konnten die Teilnehmer eben beispielsweise dem Zusammenhang von Brand Experience und Interaction Design nachgehen (Markus Wienen, eparo), zu Vertrauen im Service-Design arbeiten (Didier Bertschinger/Ulrike Maischel, HID) oder vom richtigen Zeitpunkt für gutes UI Design erfahren (David Detzler, Ergosign). Am Ende standen Workshops zu Mobile Payment (Gunnar Hamm, Cellular) und Multiscreen-Design (Rolf Schulte Strathaus, eparo).
Echte Ergebnisse: Diskussionen und Insights
Diese Mischung aus festen Angeboten vormittags und offenen Runden am Nachmittag hat sich dabei wieder bewährt und bis zum Schluss überzeugt. Ein gutes Beispiel dafür war meiner Meinung nach beispielsweise die abschließende Diskussionsrunde zum Stichwort mobile first extrem spannend. So ziemlich jeder Besucher und Professional hatte sich dazu wohl bereits seine Gedanken gemacht und entsprechend hoch schlugen die Wellen in der Diskussion. Am Ende kam dabei nicht weniger heraus als die Einsicht, dass mobile first als Buzzword heute schon fast mehr schadet als nützt, wenn es, dogmatisch befolgt, den Blick für die wesentlichen konzeptionellen Fragen eher behindert als voranbringt.
Aber nicht nur bei dieser letzten Session war beste Stimmung. Am Ende gab es viel Lob für alle Vortragenden. Bei den Kollegen von HID zum Beispiel konnten die Arbeitsergebnisse vom Vormittag vom Kreativworkshop am Vormittag bestaunt werden. Britta von Xing hat in ihrer Session das Thema Bildsprache behandelt. Markus hat mit seinen Teilnehmer Interaktionsprozesse zu Markenbotschaftern gemacht, und ich habe wieder über mein Lieblingsthema, die Konzeption für das Unterbewusstsein, referiert.
Gute Aussicht: Auf Wiedersehen in 2013
Für einigen Gesprächsstoff sorgte schließlich auch unsere individuelle 2012er WUD-Optik. Beim gemeinsamen Wein am Abend waren sich daher alle schnell einig: Die Welt braucht mehr dieser Tage – und 2013 machen wir daher einfach an genau dieser Stelle weiter…
eparo auf dem BCHH 2012
Schön war’s – für uns als Sponsor war das Barcamp Hamburg 2012 ein voller Erfolg: Mit zwei eigenen Sessions, tollem Feedback und vielen spannenden Themen im Raum „eparo“ war das diesjährige Barcamp aus unserer Sponsoren-Sicht eine vollauf gelungene Veranstaltung. Und klar: Das tolle Catering sowie das angenehme Umfeld in den Räumen von Otto haben das Ganze natürlich super eingerahmt. Nicht zuletzt daher ein großes Dankeschön an das Orga-Team!
Irrationale User und besseres Interaction Design: Unsere eparo–Sessions
eparo war mit zwei eigenen Session am Start: Zum einem haben wir an einem konkreten
Fallbeispiel dargestellt, wie irrational User teilweise agieren – und wie wenig das in klassischen User Experience Analysen oder Tests teilweise berücksichtigt wird. Wer hingegen einmal weiß, das der absolut überwiegende Teil unserer Wahrnehmung unterbewusst erfolgt, der wird ganz sicher auch diese impliziten Beweggründe seiner Nutzer kennenlernen wollen.
In unserer zweiten Session hat Markus gezeigt, dass nicht nur das Visual Design relevant ist für die Kommunikation und Darstellung einer Marke. Die zentrale Einsicht in aller Kürze: Auch das Interaction Design zahlt auf die Markenbildung ein. Bisher allerdings ist die klassische Aufteilung immer noch eher die, dass die Grafik die Marke kommuniziert und die Interaktionen vor allem gut funktionieren sollen. Aus Markensicht wird damit ein ganz wesentliches Potential zur Markenbildung vernachlässigt.
Die Folien zu beiden Session findet Ihr auf unserem neuen Blog www.53nord.de sowie auf www.slideshare.com.
Vielfalt jenseits von reinem Programmier-Know-How
Thematisch war das Programm wie immer bunt gemischt. Schon großartig, wie immer wieder spontan ein entsprechend vielschichtiges Programm zustande kommt. Unserer Wahrnehmung nach gab es allerdings dieses Mal deutlich weniger Sessions zu „harten“ Entwickler-Themen. Auf der anderen Seite haben sich zahlreiche Beiträge mit Fragen des Selbst- und Projektmanagements befasst. Wie bereits in den vergangenen Jahren hat schließlich auch das Thema Social Media viel Raum bekommen.
In diesem Sinn: Wir freuen uns definitiv auf das kommende 7. Hamburger Barcamp in 2013.
Speed-Dating: Eindrücke vom eco-Verband in Köln
Der eco-Verband hat eingeladen – und alle sind gekommen. Wir auch… Hier ein kurzer, persönlicher Bericht zum eco-Nachmittag zum Oberthema „Erfolgsfaktoren für eine moderne Webseite“.
Responsive Design, Emotional Design und Conversions-Raten
Eingeladen hatte die Kompetenzgruppe Online Marketing (ein lustiger Name, übrigens), um über die Themen “Responsive Design”, “Emotional Usability” und “Conversionrate-Optimierung” zu sprechen.
Dabei hat es der Moderator/Organisator der Veranstaltung, Torsten Schwarz, geschafft, 16 Referenten in etwas über 4 Stunden unterzubringen. So ziemlich alle, die im Bereich User Experience und Conversion Optimierung aktiv sind, haben Kurzvorträge gehalten. Das war gut, denn so habe ich einige alte Bekannte getroffen. Viel Zeit zum Reden blieb allerdings nicht, da es nur eine Pause gab.
Design für das Unterbewusstsein
Ich habe wieder über mein derzeitiges Lieblingsthema gesprochen: “Konzeption und Design für das Unterbewusstsein”. Anders als gemeinhin immer noch angenommen agieren Nutzer nämlich keinesfalls per se rational.
Vielmehr folgen User Entscheidungsmechanismen, die ihnen ihr Unterbewusstsein diktiert. Diese Prinzipien zu kennen und zu berücksichtigen hilft, um Interfaces so zu bauen, dass sie Nutzer von vorne herein auf den richtigen Weg bringen.
Der Vortrag ist auf Slideshare zu finden (Vortrag “User haben keinen freien Willen”).
… weitere Denkanstöße
Sabrina Duda von Emotional Usability hat einen guten Überblick über die Rolle der Emotionen beim Interface Design gegeben. “Emotional Design kann den User bei eventuellen Problemen versöhnlich stimmen.” Das sollte wohl jeder bei Design und Wording bedenken.
Jens-Christian Jansen von Pixelpark hat über die Rolle des Prototyping gesprochen. Allerdings hat er dabei noch ziemlich stark zwischen Prototypen fürs Grobe (Wireframes mit Axure) und echten HTML/CSS-Prototypen für Interaktion und Design unterschieden. Das sehe ich natürlich anders, da man ja mit Axure ziemlich gut und ziemlich leicht High-Fidelity Prototypen bauen kann.
“Remote Usability Tests” wurden von Thomas Weber von Uinspect vorgestellt. Das ist zwar unschlagbar günstig, aber ich hatte den Eindruck, dass man zu wenig Einfluss auf die Auswahl der Probanden nehmen kann. Und mir würde auch die ungefilterte, direkte Beobachtung der Probanden fehlen. Aber wer weiss, für das schnelle Aufspüren von größeren Usability-Problemen mag es taugen… – allerdings lassen sich diese Probleme auch durch Experten-Analysen von Schreibtisch aus identifizieren!
Einen sehr schönen Vortrag hat André Morys von der Web Arts AG gehalten. Auch er hat im Prinzip auf die Bedeutung von unbewusstem Verhalten der hingewiesen und Beispiele aus dem Buch von Dan Ariely “Predictably Irrational” zitiert. Am besten fand ich seine Testergebnisse zu grünen Häkchen: “Grüne Häkchen scheinen zu funktionieren, auch wenn man nichtssagende Texte reinschreibt.”
Die Cases von Ronald Hartwig von UID zu Responsive Design waren auch nicht schlecht. Sie haben meine Überzeugung gestützt, dass Responsive Design mehr sein muss als nur die automatisierte Änderung der Anzeige von Inhalten. Es geht vielmehr darum, zu entscheiden, welche Inhalte und Funktionen ich für welches Device/Display anbieten kann bzw. anbieten sollte.
… und eine zentrale Einsicht
Und auch insgesamt hat das Thema Responsive Design für viel Ernüchterung gesorgt, denn es hat die ungemein stark gestiegene Komplexität beim User Experience Design deutlich gemacht. Der Konzeptions- und Designaufwand steigt schnell um den Faktor 3-4, wenn man seine Hausaufgaben richtig machen will.
Alles in allem eine interessante Veranstaltung.
…nur ein Date hat sich beim Speed-Dating nicht ergeben :-)
Neue Heimat für Digitale Produktentwicklung
Endlich: Es ist soweit: 53nord.de, der neue Blog von eparo zum Thema Digitale Produktentwicklung, ist am Start! Das Angebot: Artikel und Insights rund um die Themen Prototyping, Usability und User Experience, dazu spannende Cases und neue Themen aus unseren täglichen Projekten. Viel Spaß bei der Lektüre – und natürlich gleich den RSS-Feed abonnieren:www.53nord.de/feed
Eine feste Adresse für unser Leib- und Magenthema, das wollen wir anbieten. Schon mit den ersten Artikeln wollen wir dabei die Bandbreite des Themas aufzeigen: So erklären wir beispielsweise die Unterscheidung zwischen Low- und High-Fi-Prototypen und führen aus, in welcher Projektphase welche Art Prototyp sinnvoll ist. Weiter berichten wir von unserem hocherfolgreichen Immonet-iPad-App-Projekt und geben Tipps für erfolgreiche App-Konzeption. Sodann nehmen wir uns im Interview mit Marktforscherin Iris Viebke die Frage vor, wie sich qualitative und quantitativeMethoden im UX-Research verbinden lassen und legen dar, welche Vorteile daraus zu gewinnen sind …. – und vieles, vieles mehr.
Wir finden: Der Start ist gelungen und freuen uns auf alles Weitere – insbesondere auch auf die Diskussionen mit euch!
Schaut doch mal rein, und gebt Feedback! Wir sind hochgespannt!
eparo auf dem Usability Kongress 2012
Auch auf dem diesjährigen Usability-Kongress wird eparo wieder vertreten sein. Im Gepäck habe ich dieses Mal einen Vortrag zur Bedeutung des Impliziten bei der Interface-Konzeption.
Von Nutzern und Elefanten
Ich gebe zu: Das ist ein wenig mein neues Lieblingsthema – und es ist noch erstaunlich wenig dazu gesagt. Ich bringe ein paar typische Beispiele aus unserem Testalltag mit und zeige, warum die Beurteilung einer Website für einen Nutzer nicht erst beginnt, wenn er sie sieht, sondern schon davor.
Nimmt man das Implizite ernst, ergibt sich daraus am Ende für Anbieter von Websites und digitalen Produkten ein ganz einfacher Rat: ”Stell’ Dich niemals zwischen einen Elefanten und sein Ziel” – warum es dabei um Nutzer geht (und nicht um Elefanten), führe ich dann im Vortrag genauer aus. :) Ich freue mich schon darauf!
Neu: Axure bietet günstige Standard Edition an
Prototyping für Jedermann: Axure hat jetzt eine Standard-Edition veröffentlicht, die deutlich günstiger ist als die PRO-Version, und dennoch alle Features und Funktionen bietet, um coole Prototypen zu bauen. Download direkt von der Axure-Seite unter www.axure.com/download.
Professionelles Prototyping schon mit der Standard-Edition
Wie die PRO-Version beinhaltet auch die Standard-Edition alle wichtigen Wireframing-Widgets und Widget-Formatierungen sowie das Arbeiten mit Dynamische Panels, Master-Vorlagen und Variablen. Zusätzliche Widget-Libraries können installiert werden und erlauben so auch die Umsetzung mobiler Prototypen bereits in der Standard-Edition.
Zusätzlich ist auch die Standard-Version bereist mit AxShare verbunden, so dass Prototypen passwortgeschützt online abgelegt werden können. Kunden können dann Prototypen über eine feste URL direkt über den Browser nutzen.
Kollaboration und Dokumentation weiter nur in der PRO-Version
Wichtigster Unterschied zur PRO-Version: Die Axure Basis-Ausgabe erlaubt keine shared projects, d.h. es kann immer nur ein User zur Zeit an einem Prototypen arbeiten und es stehen keine Tools zur Kollaborations-Kontrolle zur Verfügung (history and notes, revisions export, …).
Verzichtet werden muss in der Standard-Edition weiterhin auf Dokumentations-Tools (page notes, widget annotations, …) und verschiedene weiterführende Optionen zur Spezifikation von Prototypen (single/two column layout configuration, customize screenshots, …).
Unser Fazit: Unbedingt empfehlenswert
Für den einfachen und schnellen Einstieg in professionelles Prototyping ist die Axure Standard-Edition der ideale Einstieg! Alle für individuelles Prototyping wichtigen Features sind vorhanden und der für den angebotenen Funktionsumfang veranschlagte Preis ist hochattraktiv.
Aus unserer Sicht: Unbedingt empfehlenswert!
Eine detaillierte Übersicht über alle Unterschiede zwischen Standard und PRO gibt’s unter www.axure.com/compare.
Schulungstermine für Axure Basics, Axure Advanced und Mobile Protoyping gibt’s unter www.eparo.de/training.
One night in Potsdam – Hotel-Websites auf dem Prüfstand
Kennen Sie das? Sie starten via Suchmaschine die Hotelsuche an Ihrem Zielort, arbeiten sich durch diverse Hotel-Websites und müssen dann nach einer Weile einsehen: Es nervt. Um Zeit und Nerven zu schonen, verlagern Sie sich bei der weiteren Suche also auf eines der großen Vermittlungsportale, informieren sich, vergleichen, lesen Bewertungen und führen dann die Buchung durch – schnell und direkt, es kann ja so einfach sein.
Hotels in der Vergleichsfalle
Wenngleich hrs und Konsorten aus Nutzersicht viele Vorteile bieten, ist dieser Buchungs-Umweg nicht im Sinne vieler Hotelbetreiber. Peter Lagies, General Manager des Excelsior Hotel, sagt dazu:
“Die Hotels haben kaum noch eine Chance ohne die Buchungsportale zu bestehen … bei aller Kritik muss ich allerdings auch sagen, dass sich die Hotellerie die Entwicklung selber zuzuschreiben hat. Die Portale machen einen guten Job. Die Hotels haben es versäumt, das Heft selber in die Hand zu nehmen…”.
Ist also alles verloren und die Schlacht um den Gast im Web geschlagen? Um diese Frage zu erörtern, trafen sich diesen Sommer Hamburger Hoteliers und lauschten meinem Vortrag zum Thema “Erfolgsfaktor Usabillity – Steigende Umsätze durch höhere Nutzer-Orientierung”, der auf Erkenntnissen einer bei eparo durchgeführten UX-Branchenstudie zum Thema ‘Hotels im Netz’ basierte.
Usability von Hotel-Websites
Und tatsächlich erscheint da der Klick auf das nächste Google-Ergebnis oftmals vielversprechender als die Suche innerhalb der aktuelle geöffneten Website: Wenn die Seite schon so verworren anfängt, wie sieht dann wohl erst das Hotel aus … Wollen Interessenten buchen, sieht es meist kaum besser aus: Wer sich für ein Zimmer entschieden hat und buchen will, der will seine Buchungsanfrage nicht per E-Mail schicken oder gar in ein Kontaktformular tippen. Wer als Seitenbetreiber seine Buchungsinteressenten auf diesen Weg schickt, hat sie damit in den meisten Fällen bereits verloren.
Umgekehrt schneiden leider aber auch Häuser, die ein externes Hotelbuchungssystem nutzen am Ende nur geringfügig besser ab: Auch diese waren im Rahmen unserer Tests nur sehr eingeschränkt in der Lage, Nutzer zu zukünftigen Gästen zu machen. Die Möglichkeiten der Systeme schafften es alle nicht, die teilweise komplexen Angebotsstrukturen aus Zimmerkategorien, Pauschalangeboten und Buchungszusätzen so abzubilden, dass bei den Testpersonen keine Verunsicherung auftrat. Unterm Strich gilt daher auch hier: Wer am falschen Ende spart, der hat am Ende nichts zum Sparen.

Anfrageformular beim Hotel Kranich: “Das ist nichts für Kurzentschlossene und Business-Reisende.”

‘cultbooking’-Buchungssoftware: “Wo bin ich jetzt gelandet? Mein Vertrauen weckt das ja nicht.”
Vier Kern-Ergebnisse
# 1: Nutzer sollten nicht denken müssen
Das Gros der Nutzer führt ein ganz einfaches Informationsanliegen auf eine Hotel-Website: Sie suchen ein gutes Bett, ein gutes Frühstück, ein ansprechendes Ambiente und eine günstige Lage – das alles natürlich zu einem angemessenen Preis. Durch dieses Informationsbedürfnis sind eigentlich die Minimalanforderungen an die Navigation und Inhalte auch schon formuliert. Das gilt allerdings nur in der Theorie, denn oft genug muss man sich auf den getesteten Seiten die Informationen mühevoll zusammensuchen, kann z.B. die verschiedenen Zimmerkategorien nur indirekt aus der Preisübersicht ableiten oder findet die Preisliste nur als PDF, versteckt unter einem generischen Navigationsbegriff wie ‘Das Hotel’.
# 2: Nichts ist wichtiger als gute, aussagekräftige Bilder
Keiner der Anbieter erfüllt die Anforderungen der Testpersonen an die gewünschte Aussagekraft von Fotos. Dabei kann es so einfach sein: Ein ansprechender Blick aufs Haus, einer in die Zimmer, einer ins Bad und dann möglichst noch einer aufs Frühstücksbuffet und schon weiß der Nutzer, was ihn erwartet. Leider schafft das fast keiner der Anbieter. Denn: Die Fotos sind oftmals entweder so unprofessionell, dass man sich direkt dankend abwendet oder so kunstvoll, dass die erwarteten Informationen zum Zimmer den Bildern nicht entnommen werden können.
# 3: Günstige Standardtools können teuer werden
Haben sich Nutzer für ein Hotel entschieden, wird ihnen nicht selten ein wenig freundliches Standard-Buchungssystem vorgesetzt, das wenig darauf ausgelegt zu sein scheint, die Buchung wirklich erfolgreich zu Ende zu führen. Abgesehen von der meist wenig ansprechenden Optik werden gerne auch gerade die Informationen, die Nutzer vorrangig wünschen, nicht angezeigt. Die Möglichkeit, in einem einmal begonnenen Prozess noch etwas zu verändern – zum Beispiel doch die bessere Zimmerkategorie zu wählen – ist dabei grundsätzlich schonmal gar nicht vorgesehen.
# 4: Nutzer fordern State-of-the-Art
Verschiedene Hotels vertrauen bei ihrer Website auf den Charme des Individuellen, seien es eigens kreierte Online-Produktarrangements oder hilfreiche Features und Funktionen. Dabei wird leider vergessen, dass z.B. ein nicht optimal verständlicher 360°-Panorama-Hotelrundgang mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Absprung zum nächsten Anbieter provoziert oder das für die Wanderungen im Umland neu geöffnete Browserfenster die Hälfte der Nutzer orientierungstechnisch ins Nirwana führt. Wie übrigens auch verschiedene, wohlgemeinte Lagepläne, die zu Zeiten leicht verständlicher Google-Karten die Anforderungen der Nutzer nicht mehr befriedigen können.

Altstadt Hotel: “Na holla. Kann ich hier auch was ausblenden?”

Hotel Jägertor: “Na besten Dank. Damit komm ich im Auto nicht weit.”
Nutzer ernst nehmen
Unter den Zuhörern des Vortrags war im Verlauf des Vortrages das eine oder andere nervöse Lachen zu hören. Sicherlich konnten etliche der anwesenden Hoteliers bei dem einen oder anderen Punkt auch an ihre eigene Website denken. Was aber auch deutlich wurde: Wer seine Hausaufgaben für das eigene Haus macht, der muss keinesfalls mehr nur noch über den Preis nachdenken und auf Vergleichsportale schielen, um seine Gäste zu gewinnen.
Den Vortrag zu unserem Usability-Test von Hotel-Websites gibt es hier als Download:
Hotel Websites im Test (PDF, 1,2 MB)











